Heilquelle Feigenkaktus
Der Feigenkaktus ist eine der medizinisch interessantesten Pflanzen. Sein offizieller Name ist nicht „Ohrwaschelkaktus“, unter dem er in Österreich bekannt ist, sondern Opuntia ficus indica. Als Kaktus gehört er zu den so genannten nelkenähnlichen Gewächsen wie auch der Spinat und die Rüben. Er stammt ursprünglich aus Mexiko und wird dort seit etwa 9000 Jahren angebaut und wurde vor dieser Zeit schon wild geerntet. Im mexikanischen Staatswappen ist er seit dem 19. Jahrhundert abgebildet.
Noch heute gilt er in Lateinamerika als „Brot der trockenen Gegenden“, was zeigt, dass er praktisch überall gedeiht und keine großen Ansprüche an seine Umgebung stellt und dennoch sehr vielfältig verwendet werden kann. Er kann strauch- bis baumförmig wachsen und dabei eine Höhe von bis zu 7m und ein Alter bis zu 50 Jahren erreichen. Durch seine geringen Ansprüche an die Umgebung verbreitet er sich rasch und wird schnell zu Unkraut, das schwer zu bekämpfen ist. Die kanarischen Inseln können ein Lied davon singen. Einmal eingeführt, verbreitet sich der Kaktus seit Jahrzehnten ungehemmt.
Alle Teile des Feigenkaktus eignen sich zur Verwendung: die Früchte als Obst, die Blattsprossen als Gemüse und die Blüten als Kraftnahrung. Man kann sogar unter anderem Käse, Branntwein und Farbstoff gewinnen. Die Früchte sind auch unter der Bezeichnung „prickly pear“ bekannt, da sie im Geschmack an Birnen erinnern.
Was ihn für die Menschen so wertvoll macht, ist sein hoher Gehalt an Mineralstoffen, an Aminosäuren, Vitaminen und vor allem ein außerordentlich hoher Anteil an Pektin.
Schon die Volksheilkunde wusste, dass der Feigenkaktus offensichtlich verschiedene medizinische Bedeutungen hat, wie z.B. eine positive Wirkung auf den Blutzuckerspiegel, den Cholesterinwert, bei Blasenschwäche, Prostataleiden und in der Wundheilung. Es gibt hinsichtlich dieser Wirkungen auch schon verschiedene Publikationen und Studien mit dem Schwerpunkt Diabetes, Cholesterinsenkung und Fettabbau. In Österreich erschien 2002 zu diesem Thema eine Studie der Wiener Angiologin Univ.Prof. Dr. Roswitha Wolfram.
Um die Vorteile des Feigenkaktus vor allem hinsichtlich seines hohen Pektingehaltes medizinisch nutzen zu können, müssen bestimmte Standardbedingungen geschaffen werden. Auch deshalb, weil dieser Kaktus praktisch überall wächst. Dadurch ist aber der Anteil des gespeicherten Wassers, der Gehalt an Mineralien, Vitaminen und Aminosäuren unterschiedlich. Das heißt, man könnte ihn zwar überall anbauen und ernten, hätte aber immer einen anderen Gehalt an Inhaltsstoffen.
Daher mussten strenge Auswahlkriterien an den Standort, die Bodenbeschaffung, die gleichmäßigen Wetterbedingungen und dem Zeitpunkt der Ernte getroffen werden. Nur so kann garantiert werden, dass der Faserkomplex, der das für die Verwendung in der Adipositas – Therapie wertvolle Pektin enthält, eine gleich bleibende Qualität aufweist.
Diese Standardisierung ist nun geglückt. Auf eigenen Plantagen in Tunesien werden die Fasern des Feigenkaktus in einem streng kontrolliertem Verfahren geerntet und stehen damit in gleich bleibender Qualität und standardisierten Wirkstoffmengen zur Weiterverarbeitung als Medizinprodukt zur Verfügung.
Dr. Christiane Bernhard
Weinberggasse 2
2601 Sollenau
Pressekonferenz, 17. April 2008
